5. Väterkongress am 23.06.2012 in Karlsruhe: Vereinbarkeit auch für Väter? Familie zwischen Eigen- und Fremdbetreuung

Unter dem Schlagwort »Vereinbarkeit von Beruf und Familie« wurde in den letzten Jahren die Fremdbetreuung von Kindern ausgebaut: Einen Betreuungsplatz soll es künftig für jedes 3. Kind geben, das weniger

als 3 Jahre alt ist. Für Kinder zwischen 3 und 6 Jahre gibt es bereits einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz und viele Schulen betreuen Kinder inzwischen ganztags. Unter Verweis auf andere europäische

Länder gilt diese Entwicklung als »Modernisierung« der deutschen Familienpolitik, die im Bundestag quer durch alle Parteien Unterstützung findet und längst zum politischen Mainstream geworden ist.

Angesichts dieses Ausbaus der Fremdbetreuung gerät die Rolle der Familie als Institution der Betreuung und Erziehung ihrer Kinder immer mehr in den Hintergrund. Vehement werden Maßnahmen zur Stärkung der Eigenbetreuung von Kindern durch ihre Mütter und Väter abgelehnt, wie z.B. die Diskussion über die Einführung des Betreuungsgeldes zeigt. Elternzeit und Elterngeld haben sich zwar etabliert und die Vätermonate genießen eine hohe öffentliche Aufmerksamkeit: Wie es aber nach 14 Monaten Elternzeit mit der Eigenbetreuung der Kinder weiter gehen könnte, darüber schweigt sich die Familienpolitik aus und verweist stattdessen auf Krippen, Kitas, Tagesmütter und Ganztagsschulen.

Auf dem 5. Väterkongress des bundesweiten Vereins Väteraufbruch für Kinder e.V. wird diskutiert, ob diese Entwicklung zu mehr Fremdbetreuung von Kindern familienfreundlich ist und welche Alternativen es gibt, um die Rolle der Familien zu stärken. Vätern fällt dabei eine Schlüsselrolle zu, denn nur wenn Väter sich über die Vätermonate hinaus dauerhaft in die Kinderbetreuung einbinden ließen,wäre eine Umverteilung der Familien- und Erwerbsarbeit innerhalb der Familien möglich.

Der diesjährige Väterkongress untersucht deshalb,

  • inwieweit Väter die Betreuung und Erziehung ihrer Kinder bereichern,
  • welche Probleme Väter bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf haben,
  • wie die Konkurrenzsituation von aktiven Vätern im Vergleich zu Arbeitnehmern ohne Kinder aussieht,
  • wie groß die Gestaltungsspielräume für diese Väter sind
  • und wo die Familienpolitik neue Wege für aktive Väter öffnen muss.

Einzelheiten siehe http://vaeterkongress.vaeteraufbruch.de/

 sowie im beigefügten Flyer.